IA Konferenz 2013

Die IA Konferenz, die deutsche Konferenz für Informationsarchitektur (IA), ist "das" jährliche Zusammentreffen der deutschsprachigen IA- und UX-Community, zu der neben Informationsarchitekten auch  UX-Designer, Usability-Engineers, Content-Strategen, Business-Experten und weitere Rollen gehören. Die Konferenz findet am 03. und 04. Mai 2013 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin unter dem Motto “Prozess. Dialog. Qualität.” statt.

Themenspektrum der IA Konferenz 2013

Websites, interaktive Produkte und Services entstehen unter vielfältigen Bedingungen und in den unterschiedlichsten Umfeldern. Allen Projekten, ob groß oder klein, ist gemeinsam, dass der Entstehungsprozess gemanagt sein will: von der strategischen Ideenfindung zur Anforderungsdefinition, von der Konzeption zum Design, vom Pflichtenheft bis zur Umsetzung, denn es gilt, die richtige Zielrichtung und die Qualität des Ergebnisses sicherzustellen und gleichzeitig die Kosten im Rahmen des Projektbudgets zu halten.

In den letzten Jahren werden in vielen Projekten bevorzugt agile Prozessmodelle, die ihren Ursprung in der Softwareentwicklung haben, eingesetzt. Doch welches Fazit lässt sich nach einigen Jahren der Erfahrung daraus ziehen? Lässt sich das iterative Vorgehen (nach den Standards des User Centered Design) und das von kreativen Lösungsansätzen inspirierte Feld des User Experience Design so ohne weiteres mit den agilen Prozessen verheiraten? Worauf gilt es zu achten, will man die holistische Sicht auf die User Experience nicht dem feature-orientierten Prozessbetrieb opfern? Wie lassen sich “Agile UX” und “Lean UX” Ansätze in Projekten leben?

Die IA Konferenz 2013 möchte unter dem Motto “Prozess. Dialog. Qualität.” anhand von Praxisbeispielen das Verhältnis zwischen iterativem Vorgehen und agilem Prozess untersuchen, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem Dialog liegen soll, der zwischen zwischen den Projektbeteiligten stattfindet, nicht zuletzt der zwischen dem Auftraggeber und dem kreativen und technischen Umsetzer: Denn schließlich muss sich hier zwangsläufig eine gemeinsame Wahrnehmung der angestrebten “Qualität” einpegeln, damit das Endprodukt nicht nur formal getreu des Anforderungsdokuments beschaffen ist, sondern dass das “Ganze” mit all seinen strategischen Implikationen eine spezifische Qualität aufweist, die auch bei den Nutzern als Mehrwert ankommt.

Neben dem Schwerpunktthema unter dem Motto “Prozess. Dialog. Qualität.” soll die IA Konferenz auch dieses Jahr wieder aktuelle Methoden, Fallstudien und best practices aus Informationsarchitektur und User Experience Design aufzeigen und die Gelegenheit bieten, diese zu diskutieren.

Deshalb sind innerhalb des Call for Participation auch Beitragsvorschläge, die sich nicht direkt auf das Konferenz-Motto beziehen, jedoch wichtige Methoden oder Aspekte thematisieren, die im Kern den Tätigkeitsbereich Konzeptern oder Informationsarchitekten betreffen, ausdrücklich erwünscht.

Gestern im Kreativbüro ...

Wasserfall war gestern. Heute machen wir Agile. Aber, was heißt das eigentlich für uns Kreative? Ist auf der agilen Überholspur überhaupt Platz für Informationsarchitekten und UX Consultants?

Während der Interaction Designer, auf der Suche nach Inspiration, noch gemütlich aus dem Fenster schaut und mit dem Latte Macchiato in der Hand, langsam im Bürostuhl wippend vor seinem geistigen Auge den Kunden sagen hört “Es muss einfach super innovativ sein. Gerne auch viel Farbe!” – da trifft sich im Nachbarraum das Dev Team. Es ist bereits deren zweite Iterationsplanung. Die Features sind schon längst priorisiert, ins Backlog eingetragen und Aufwände für den kommenden Sprint geschätzt.

Sobald die Entwickler aus dem Meetingraum stürmen, geht die Hackerei wieder los (noch schnell eine Club-Mate aus dem Kühlschrank geholt - so viel Zeit muss sein). Dann werden zwei Wochen lang Features in funktionierende Software gegossen. In täglichen Stand-ups jagt ein Erfolgsbericht den nächsten. Der Burndown Chart ist steiler als die Streif in Kitzbühel.
Wöchentlich bekommt der Kunde funktionierende Software zugemailt. Er ist begeistert. Um das hohe Tempo halten zu können, wurden noch 3 Freelance-Entwickler eingestellt. Das sind dann 14 Entwickler, die sich im Nachbarraum drängen.

Hier im Kreativbüro ist es dafür hübsch leer. Ein Kollege ist im Urlaub. Eine Kollegin gerade Mutter geworden. Der CD auf Fortbildung. Zum Glück ist da noch der Praktikant. Er überlegt sich, ob er was mit Multimedia machen will und schnuppert bei uns UX Designern rein.

“Durchstich!” schreit einer aus dem Nachbarbüro. “Damit sind alle eCommerce Features erledigt!”. Lautes Abklatschen ist zu hören. “Ich bringe euch Liebe!” Und eine andere Stimme antwortet: “Er bringt uns Liebe, lasst ihn nicht entkommen! Brecht ihm die Beine!” Die Entwickler haben offenbar eine Menge Spaß – und sie kommen schnell voran. Wenn nur diese ewigen Simpsons-Zitate nicht wären!

Die Tür geht auf: “Wir haben den eCommerce Teil fertig gestellt. Testen gerade. Weißt Du schon welche Farbe die Fehlermeldungen haben sollen?”